Netzbetreibertage 2026
Herausforderungen, neue Lösungsansätze und ein Blick in die Zukunft
Zwei Tage voller spannender Fachvorträge, wertvoller Impulse und intensiver Diskussionen liegen hinter uns! Bei unseren diesjährigen Netzbetreibertagen standen sowohl aktuelle Herausforderungen der Netzführung als auch zukünftige Anforderungen an Netzbetreiber und ihre Systeme im Mittelpunkt.
Prognosen als Grundlage einer vorausschauenden Netzführung
Die Weiterentwicklung unserer Prognosen sind die Voraussetzung für eine effiziente Netzführung. Im Fokus standen dabei die VNL- (Netzlast) und Einzelanlagenvorhersagen sowie die wachsende Bedeutung von Eigenverbrauch und marktbedingten Abregelungen. So wurde u.a. darüber diskutiert, wie sich diese Einflussfaktoren künftig noch besser in Prognosen berücksichtigen lassen, um die tatsächlichen Verhältnisse im Netz möglichst präzise abzubilden.
Batteriespeicher aus unterschiedlichen Perspektiven
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der zunehmenden Integration von Batteriespeichern und den damit verbundenen Herausforderungen für die verschiedenen Marktteilnehmer. Daniel Engelbrecht von MITNETZ beleuchtete das Thema aus Netzbetreibersicht, während unser Kollege Felix Bizer von emsys VPP die Anforderungen der Direktvermarktung vorstellte. Abschließend wurde präsentiert, wie emsys grid services die Netzplattform sowie Prozesse weiterentwickelt, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.
Prognostisches Engpassmanagement – ein schrittweiser Einstieg
Auch Netzbetreiber, die bereits mit Netzengpässen konfrontiert sind, aber noch kein prognostisches Engpassmanagement etabliert haben, können – unabhängig von ihrem aktuellen Entwicklungsstand – möglichst einfach den Einstieg finden. Denn auch dort, wo die Voraussetzungen für eine umfassende Netzzustandsanalyse noch nicht gegeben sind, lassen sich bereits heute mit pragmatischen Ansätzen Netzengpässe vorausschauend erkennen und bewirtschaften.
Kleinstanlagensteuerung und Nutzung von Flexibilitäten
Ein weiteres Thema war die Steuerung von Kleinstanlagen über die BDEW-Web-API. Anhand eines Pilotprojekts wurde verdeutlicht, wie die Steuerung über den Messstellenbetreiber bereits heute umgesetzt werden kann. Darauf aufbauend wurde in einem Workshop diskutiert, wie sich Flexibilitäten aus der Niederspannung künftig auch für das Engpassmanagement in der Mittel- und Hochspannung nutzbar machen lassen und wie eine entsprechende Integration in die bestehende System- und Prozesslandschaft aussehen könnte.

Die zunehmend komplexeren Anforderungen an die Netzführung ziehen einen steigenden Bedarf an flexiblen, skalierbaren und praxistauglichen Lösungen nach sich. Die Netzbetreibertage haben einmal mehr vor Augen geführt, wie wertvoll der Austausch zwischen Netzbetreibern, Direktvermarktern und Technologieanbietern ist, um diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen.
Vielen Dank an alle Referenten und Teilnehmenden für die spannenden Beiträge, offenen Diskussionen und den gelungenen Austausch!
